Social Recruiting - Personalbeschaffung 4.0

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Karin Spiegl
18 / 10 / 2022
Tiktok im digitalen Recruiting Prozess

Soziale Medien gehören heute für fast jede:n zum Alltag - vor allem für Social Recruiter:innen. Denn wenn viele Menschen online sind, dann ist auch der:die perfekte Kandidat:in nicht weit entfernt, oder? Richtig! Rund 80 Prozent der Gesamtbevölkerung in Österreich ( das sind insgesamt 7,2 Millionen Menschen) ist regelmäßig auf Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram oder LinkedIn aktiv. Und genau das sollten Sie auch sein, wenn Sie in Zukunft nicht auf die vielversprechendsten Talente verzichten wollen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Social Recruiting starten und an welchen Unternehmen Sie sich orientieren können.

Was bedeutet Social Recruiting und welche Möglichkeiten gibt es?

Klassische Print-Anzeigen verlieren deutlich an Wirkung: Junge Fachkräfte lesen diese traditionellen Informationsquellen kaum noch. Außerdem begünstigt der heutige Markt die Arbeitnehmer:innen und nicht die Arbeitgeber.

Der Großteil dieser Talente verbringt seine Freizeit auf sozialen Netzwerken wie Facebook, TikTok und Instagram oder auf Business Plattformen wie Xing und LinkedIn. Bei dem Social Recruiting werden die Möglichkeiten dieser Plattformen gezielt genutzt, um aktiv und passiv potenzielle Bewerber:innen anzusprechen. Der gesamte Recruitingprozess, auch Active Sourcing genannt, ist dadurch effizienter und günstiger.

Wann lohnt sich Social Recruiting?

  • Wenn Ihr Jobangebot sowohl für diejenigen interessant ist, die aktiv suchen, als auch für diejenigen, die passiv stöbern
  • Wenn die Philosophie Ihres Unternehmens mit dem sozialen Netzwerk übereinstimmt 
  • Wenn Ihre Zielgruppe auf der Plattform aktiv ist 
  • Wenn Sie Ihre Kommunikation auf die gewählte Plattform abstimmen


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Das sind die Vor- und Nachteile einer Social Recruiting Strategie

Vorteile

  • Social Media- und Business Netzwerke sind ein guter Weg, um potenzielle Mitarbeitende zu finden, denn sie ermöglichen eine lockere Kommunikation und eine persönliche Bindung.
  • Sie verbessern Ihr Branding und Ihre Positionierung als attraktiver Arbeitgeber und bauen nachhaltig Vertrauen auf.
  • Active Sourcing stellt einen großen Vorteil dar, da die Recruiter:innen selbständig nach Talenten suchen und potenzielle Kandidat:innen direkt ansprechen.
  • Sie können auch potenzielle Mitarbeitende erreichen, die zwar nicht aktiv auf Stellensuche sind, aber vielleicht schon über einen Jobwechsel nachdenken. 
  • Sie können mit Ihren Werbeanzeigen exakt definierte Zielgruppensegmente ansprechen und Streuverluste vermeiden. 
  • Sie können messen, wie viele Personen Ihre Anzeige erreicht, wie viele sich bewerben und wie hoch die Kosten des gesamten Prozesses sind, um Ihren Return of Investment (ROI) zu ermitteln.

Nachteile

  • Online-Stellenanzeigen können auch zu ungeeigneten oder unqualifizierten Bewerbungen führen. Eine gute Vorqualifizierung mittels genauer Segmentierung der Zielgruppen ist daher essentiell. 
  • Die verwendete technische Infrastruktur muss den DSGVO-Richtlinien entsprechen, wenn darüber Anträge gestellt werden können. 

Das klingt zwar alles vielversprechend, aber auch ziemlich aufwändig? Dafür gibt’s ja uns – als Agentur für digitales Employer Branding kümmern wir uns um Ihr Social Recruiting.

Worauf Sie bei Ihrer Social Recruiting Strategie achten müssen

Die Rekrutierung über soziale Medien birgt auch einige Herausforderungen:

  • Komplexe Prozesse mit Anschreiben und Lebenslauf funktionieren auf Social Media nicht, passen Sie daher Ihre Bewerbungsprozesse an die sozialen Netzwerke an.
  • Seien Sie bei Ihrer Kommunikation mit Nutzer:innen immer kreativ, schnell und auf die Person zugeschnitten.
  • Je nach Ihrer Zielgruppe sind einige soziale Medienplattformen besser geeignet als andere. Denken Sie auch daran, dass nicht alle Menschen soziale Medien nutzen oder bereit sind, über diese kontaktiert zu werden.
  • Wenn Sie der Zeit voraus sein wollen, müssen Sie ein gewisses Maß an Verständnis für Technologie und deren Nutzung haben. Die Technologie entwickelt sich schnell weiter, sodass Sie immer auf dem neuesten Stand sein müssen. Oder Sie holen sich Unterstützung von Macherjek!

Welche Zielgruppe tummelt sich auf welchem sozialen Netzwerk?

Für Social Recruiter:innen ist es essentiell, die richtigen Netzwerke für Ihre Zielgruppe auszuwählen. Für einen praktischen Ansatz ordnen wir für Sie die typischen Recruiting-Zielgruppen den relevantesten Plattformen zu und geben Ihnen Tipps an die Hand, worauf Sie bei der Kommunikation achten sollten. Bedenken Sie jedoch, dass die Zuordnungen rein exemplarisch sind und Ihre Kommunikation, nicht der Kanal im Mittelpunkt stehen sollte!

Lehrlinge & Berufseinsteiger:innen

TikTok

Diese App eignet sich für die Bewerbung junger Leute, die den Jobmarkt gerade erst betreten und noch wenig Orientierung im Berufsleben haben.

Auf TikTok geht es vor allem um Spaß und Authentizität: Wir sollten uns wegbewegen von Inhalten, die kuratiert und künstlich sind, hin zu etwas Authentischem und Menschlichem. Anstatt sich auf Hochglanzinhalte zu verlassen, können wir uns hier auf unsere Kreativität und Spontanität konzentrieren. Treffen Sie diesen Stil, dann kommen Sie hier mit einem einzigen Klick „näher“ an Ihre potenziellen Bewerber:innen heran, als mit jedem anderen Werbemittel.

Tipp: Seien Sie in Ihren Videos authentisch und transparent, indem Sie sich selbst und Ihre Mitarbeitenden vorstellen. Wenn jemand ein Naturtalent vor der Kamera ist, stellen Sie ihn in den Mittelpunkt. Verwenden Sie alltägliche Szenen, um die Arbeitsatmosphäre zu zeigen oder den Zuschauer:innen einen Eindruck Ihrer Unternehmenskultur zu vermitteln.

Depot Online hat zum Beispiel wirkungsvoll gezeigt, dass einige wenige Stichpunkte zum Aufgabenbereich und authentische Eindrücke vom Team schnell überzeugen können.

Instagram

Instagram ist eine Foto- und Videoplattform, die von der Generation Y und Z intensiv genutzt wird. Denken Sie daran, dass der Kommunikationsstil auf Instagram visuell ansprechend sein sollte, da die Nutzerinnen und Nutzer hier vor allem nach inspirierenden Inhalten suchen.

Daher sollten Sie bei der Auswahl der Bilder für die App bewusst vorgehen und sich auf Content konzentrieren, der die User:innen mitnimmt, anstatt nur sachliche Informationen zu vermitteln. Bewerber:innen erwarten sich auf Instagram vor allem Einblicke “hinter die Kulissen” wie Teamevents oder aktuelle Projekte, um sich gleich ein Bild von ihren potenziellen Aufgaben zu machen.

Edeka hat beispielsweise einen eigenen Channel für Lehrlinge, kreiert, bei dem humorvoller Content, Gewinnspiele und Lehrlings-Interviews auf dem Content-Plan stehen.

Absolvent:innen & Juniors

Facebook

Da Facebook auf Interaktion ausgerichtet ist, sind die aufstrebenden Talente immer aktiv, egal ob zu Hause oder auf dem Weg zur Arbeit. Dies bietet Ihnen einen direkten Draht zu potenziellen Kandidat:innen in ihrem Alltag.

Bei der Personalbeschaffung ist Facebook Jobs immer ein heißes Thema, aber auch bezahlte Werbeanzeigen sind bei der Suche nach Bewerber:innen hilfreich. Der Kommunikationsstil bei der Vermarktung Ihrer Stellenanzeige auf Facebook kann gerne etwas auffällig sein: Wecken Sie mit Ihrer Anzeige Neugier oder setzen Sie auf Humor! 

Wie eine authentische Unternehmensseite aussehen kann, zeigt beispielsweise ISS Austria: Hier steht klar informativer und unterhaltender Content im Vordergrund und der:die User:innen bekommen einen guten Einblick ins Unternehmen. 

Wichtig: Vermeiden Sie in jedem Fall eine bloße Aneinanderreihung von Job-Posts auf Ihrer Page, da Facebook Sie in dem Fall in Ihrer Reichweite einschränken kann.

Seniors

LinkedIn

Wenn Sie in der Personalbeschaffung tätig sind, sind Sie mit diesem Business-Netzwerk wahrscheinlich schon bestens vertraut. LinkedIn ist eine wahre Fundgrube für Informationen und potenzielle Kontakte, vor allem wenn es um Active Sourcing geht. Vergessen Sie aber nicht die Stellenausschreibungen und -anzeigen - sie können genauso effektiv sein. Denken Sie daran, dass die Nutzer:innen dieser Jobnetzwerke bereits aktiv auf der Suche nach Branchen-News oder sogar neuen Beschäftigungsmöglichkeiten sind – ideale Voraussetzungen also für Ihr Social Recruiting. 

Die Plattform ist außerdem für die Vernetzung und den Austausch von Informationen zwischen Fachleuten gedacht. Aus diesem Grund sollte hier Ihre gesamte Kommunikation professionell sein: Testimonials aktueller Mitarbeiter:innen, Fallstudien aktueller Projekte oder Produkte, Fakten und Wissen sowie die ausdrückliche Würdigung von Potenzial und Talent kommen hier immer gut an.

Eine Studie von StepStone hat ergeben, dass die Mehrheit der Bewerber:innen (über 60 Prozent) sich dafür interessiert, was derzeitige Mitarbeitende über ihren potenziellen Arbeitgeber denken. Aktivieren Sie daher Mitarbeitende und Partner:innen als Multiplikatoren und pflegen Sie regelmäßig Ihre Unternehmenspräsenz! Schwabe Austria zeigt auf ihrer Seite wirkungsvoll, wie eine Einbindung der eigenen Mitarbeiter funktionieren kann.

Die Plattform stellt Ihnen darüber hinaus mit dem Recruiter, Job-Anzeigen und den Analyse-Tools wirkungsvolle Instrumente für Ihr Social Hiring zur Verfügung.

Kosten von Social Media Recruiting

Die Planung, Erstellung von Inhalten und Umsetzung einer Social-Media-Recruiting-Strategie kostet Zeit und Geld. Sie müssen für Tools, Beratungsdienste und Grafiken oder Fotos bezahlen (egal, ob Sie diese kaufen oder selbst produzieren).

Die Kosten für die Schaltung gesponserter Anzeigen können jedoch erheblich variieren. Indem Sie eine größere Reichweite aufbauen, erhöhen Sie Ihre Chancen, die besten Bewerber:innen für Ihren Bedarf zu finden.

Fazit: Erobern Sie die sozialen Netzwerke und finden Sie Ihre idealen Kandidat:innen

Social Recruiting kann, wenn es richtig gemacht wird, eine großartige Ergänzung zu Ihren klassischen Rekrutierungsinstrumenten sein – oder diese sogar komplett ersetzen.

Die meisten Unternehmen kombinieren mehrere Marketingkanäle in ihrem Employer Branding, um die besten Ergebnisse zu erzielen. So erfahren möglichst viele Bewerber:innen von der offenen Stelle und werden über mehrere Kanäle angesprochen. Die Anzeige bleibt im Gedächtnis und macht es wahrscheinlicher, dass sie sich bewerben.

Genau wie die herkömmliche Personalbeschaffung erfordert jedoch auch das Social Recruiting regelmäßigen Aufwand und Budget. Daher sollten Sie je nach der zu besetzenden Stelle entscheiden, ob Sie Zeit und Geld in Social Recruiting investieren wollen oder nicht.